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Hoch und Wild geht es auf die Hohe Wilde im Ötztal

Skihochtour auf die Hohe Wilde 2458

Ich komme gerade von der Schweiz und nach erfolgreicher Skibesteigung des Piz Palü brauche ich zunächst einen Tag um meine komplette Ausrüstung neu sortieren und packen zu können. Macht aber nichts, denn das Wetter ist an diesen Tag ziemlich mies. 

 

Am nächsten Tag fahren wir gemütlich mit dem Auto nach Obergurgl. Das Wetter ist traumhaft schön und wir wollen unbedingt an diesem Tag noch etwas Firn unter den Brettern haben. Die Suche nach einem kostenlosen Parkplatz ist in Obergurgl meist gar nicht so einfach aber ich habe bereits Erfahrung darin, da ich im Sommer schon öfters dort unterwegs gewesen bin. Tourenbericht gibt es HIER .

 

Die schweren Rucksäcke über den Schultern und die Ski an den Füßen geht es entlang der Skipiste und später dann über einen breiten Weg zur Langtalereckhütte, welche für die nächsten Tage unser Basecamp sein wird. Dort angekommen lassen wir das schwere Gepäck zunächst auf der Hütte und machen uns auf den Weg in Richtung Eiskögele um noch etwas Firn fahren zu können. Gesagt getan, kommen wir erneut an der Hütte an. Wir beziehen unser Lager im Dachboden, da die Hütte ziemlich voll ist. Wir sind allerdings sehr damit zufrieden, da wir unsere Ruhe haben und uns richtig ausbreiten können. 

 

Nach dem leckeren Abendessen besprechen wir die Route für den nächsten Tag, denn es steht die Hohe Wilde auf dem Programm. Wir wollen den etwas lohnenderen Aufstieg wählen und entscheiden uns für die Route über den Gurgler Ferner.

 

Am nächsten Morgen ist es dann soweit und wir fahren zunächst von der Hütte in westlicher Richtung etwas in die Schlucht hinab. Das sogenannte Loch ist ziemlich eng, stellenweise richtig steil und kann unter umständen nur zu Fuß begangen werden. Danach öffnet sich die Schlucht und man erreicht den Gurgler Ferner. Von hier aus geht es über eine Steilstufe auf die Gletscherzunge und wir folgen vorerst dem Weg in Richtung Schalfkogel. Ab hier sind wir nun alleine unterwegs und wir spuren unterhalb des Hochwildehaus immer dem breiten Tal entlang. Immer links des Mitterkamm haltend, erreichen wir schließlich den Sattel zischen Mitterkamm und Annakogel. Den Annakogel umgehen wir in westlicher Richtung, bis wir schließlich auf den Weg über den Langtalerferner stoßen. Von hier aus liegt nur noch unser Ziel vor uns. Es geht noch einige Meter ziemlich steil zum Skidepot, wo wir die Ski gegen Steigeisen und Pickel tauschen. 

 

Der Einstieg in den Gipfelgrat ist nicht zu unterschätzen, denn das Stahlseil liegt zum Teil unter Schnee begraben. Sicheres Skibergsteigen mit Steigeisen und Pickel ist Grundvoraussetzung für einen Gipfelerfolg. Geht man zunächst über eine Steilrinne, muss anschließend ein Felskopf überwunden werden, bevor man in die extrem steil abfallende östliche Flanke quert. Nichts für schwache Nerven wenn man in die Tiefe blickt und lediglich auf den Frontzacken der Steigeisen am Fels stehen kann. Nach der Querung muss man einen Firngrat überwinden bevor man in leichter Kletterei den Gipfel mit Kreuz erreicht. Von hier aus öffnet sich der Blick in alle Richtungen und man erkennt in der Ferne die Ortler- und sogar die Berninagruppe. Dort war ich ein paar Tage zuvor gewesen und ein unbeschreibliches Gefühl von Glück und Zufriedenheit kommt in mir auf. 

 

Nachdem ich dann wieder zum Skidepot abgestiegen bin, mache ich mich fertig für die Abfahrt. Doch werden wir nicht den gleichen Weg nehmen wie wir aufgestiegen sind, sondern fahren über den anfangs sehr steilen und zerklüfteten Langtalerferner ab. Diese Abfahrt ist deutlich lohnender und es warten ideal geneigte Hänge in tollem Pulverschnee auf uns, bis wir schließlich wieder auf der Langtalereckhütte angelangen. Zufrieden den Gipfel erreicht zu haben, essen wir den obligatorischen Apfelstrudel und lassen den Tag gemütlich auf der Sonnenterasse ausklingen. 

 

Für den nächsten Tag steht das Eiskögele auf dem Plan und die anschießende Heimreise. 

Nach einem gemütlichen Frühstück packen wir unsere Sachen und steigen in Richtung Eiskögele auf. Am Grat angekommen verzichten wir allerdings auf den Gipfel, da wir uns ca 40. Meter Abseilen müssen um auf den anderen Gletscher zu gelangen. Wir wollen über diesen zurück zum Skigebiet abfahren. Diese Abfahrt macht noch einmal richtig spaß und ich würde am liebsten noch weitere Tage hier verbringen. 

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