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Der südlichste Gipfel von Deutschland

Biberkopf 2599 Meter

Den südlichsten Gipfel von Deutschland kann man über zwei Wege besteigen. Wir entscheiden uns für den Weg über die österreichische Seite, von Lechleiten aus. Früh am Morgen treffen wir uns, um gemeinsam weiter zum Ausgangspunkt auf knapp 1500 Meter zu fahren. 

Dort angekommen, sehen wir unser Ziel schon klar vor Augen und so starten wir über Wiesen, vorbei an Heu-Schuppen immer dem Gipfel entgegen. Schnell wird der Weg steiler und schon bald müssen wir unsere viel zu warme Kleidung ablegen. - Vorerst zumindest. Wir steigen relativ zügig die Hänge hinauf, bis der schmale Weg immer steiler in Serpentinen einer Rinne hinauf zieht.  Danach verflacht der Weg immer mehr und wir treffen auf ein kleines Plateau. Ein Balken und ein Blech eines Daches sind stumme Zeugen einer Zeit, in der hier noch eine Alpe zum Schutz der Hirten stand. Viel ist  jedoch nicht mehr vorhanden. 

 

Der Wind frischt auf und schon bald müssen wir unsere Jacken wieder anziehen. Wir folgen den Weg bis wir schließlich am Grat sind. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Allgäuer Hochalpen. Unter anderem ist der Blick fast völlig frei auf Höfats, Krottenkopf, Trettach und Co, sowie auf den großen Widderstein und die ganze Nagelfuhkette. 

 

Von hier aus wird der Weg immer steiniger und ausgesetzter, einige Stellen sind bereits hier mit Stahlseilen versichert. Uns eröffnet sich ein toller Blick in die Nordwand des Biberkopfes, denn ab jetzt gehen wir am Grat entlang. Es liegt einiges an Schnee und durch die kalten Temperaturen ist dieser noch zusätzlich richtig hart gefroren. Steigeisen oder Grödel haben wir keine dabei obwohl die echt hilfreich gewesen wären. Der Weg führt uns in die Nordwand hinein und wir steigen einen steilen und vereisten Kamin hinauf. Einige von uns überlegen ob sie überhaut weiter gehen sollen, denn ein weiterer Aufstieg ist anspruchsvoll und gefährlich. Wir beraten uns und entscheiden gemeinsam weiter zu gehen. Die Finger kalt, die Griffe und Tritte mit Eis bedeckt und der Weg ist steil und ausgesetzt. Fehler darf man hier keine machen, denn es geht weit in die Tiefe. Die schwierigen Stellen hinter uns gelassen, erreichen wir letztendlich den Gipfel des Biberkopfes auf 2599 Meter über NN. Die Aussicht ist wieder einmal extrem schön und die Luft ist äußerst klar. Doch richtig genießen können wir die Aussicht nicht, denn die Gedanken kreisen sich ständig um den bevorstehenden Abstieg. Doch ich hab für einige von uns die passende Lösung parat um die Grödel oder Steigeisen zu ersetzen. - Socken -  Hab ich mal bei einer Survival-Sendung gesehen. *grins* 

Aber es scheint funktioniert zu haben, denn wir sind wieder heile aus der Nordwand gekommen. Der weitere Abstieg gestaltete sich dann nicht mehr so schwer. Glücklich und zufrieden kommen wir am Nachmittag wieder am Auto an und machen uns an den Heimweg. 


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