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3 Freunde, eine Runde und die weiße Gefahr - Auf Ski durch die Stubaier- und Sellrainer Berge

Auf Ski durch die stubaier- und sellrainer berge

der Rucksack gepackt, die ski einsatzbereit und die hütten reservier. wir starten in eine ganz besondere Rundtour. nur wir drei und unsere tourenski. DAs ganze festgehalten in einer fotostory.


Unser Auto steht in Gries bei Längenfeld und bereits im Aufstieg zur Amberger-Hütte werden wir mit einem schönen Sonnenuntergang begrüßt.

Lange schlafen wir nicht, denn wir müssen über die Wildgratscharte zur Franz-Senn-Hütte. Der Wind pfeift an diesem Tag ganz schön ordentlich. Das eine oder andere Teil geht dann auch mal schnell verloren (aber fast alles wieder gefunden :-)) In der Scharte angekommen, müssen wir uns abseilen, da zu wenig Schnee in der vereisten Rinne liegt.

Das Wetter ist besser und wir besteigen die Östliche Knotenspitze. Auch hier geht es nur mit Steigeisen und Eispickel zum Gipfel. Stürzen ist nicht erlaubt und endet in diesem Gelände sicherlich nicht gerade positiv. Am Gipfel können wir sogar die Dolomiten sehen.

Wir verlassen die Franz-Senn-Hütte und entscheiden uns für einen der drei Übergänge um nach Lüsens zu gelangen. Das Rinnennieder sah für uns am besten aus, auch wenn dieser Übergang im Winter nicht gerade einfach ist. Schon kurz nach der Hütte müssen wir eine mehr als 40 Grad steile Rinne hinauf. Diese ist voll mit Triebschnee und wir müssen bis ganz ans Ende um diese sicher queren zu können.

Vorbei am Rinnensee halten wir direkt auf unseren Übergang, das Rinnennieder zu. Auch hier müssen wir die Ski am Rücken tragen, denn es ist steil, eng und die weiße Gefahr lauert auch hier.

Jeder Schritt ist tief, schwer und der anhaltende Wind macht es uns nicht leichter. Den Triebschnee konnten wir so gut es geht umgehen und sicher stehen wir im Joch. Hier blicken wir auf den mächtigen Gletscher und ins Lüsenser-Tal. Die Landschaft ist ein Genuss. Doch am Ziel sind wir an diesen Tag noch nicht. Wir müssen durch ein Rinnenlabyrinth hinab nach Lüsens und im Anschluss zum Westfahlenhaus aufsteigen.

Es gibt nur eine Rinne hinab nach Lüsens. Für alle anderen Wege liegt zu wenig Schnee. Mit etwas Glück und Gespür finden wir den richtigen Weg. Der Aufstieg zum Westfahlenhaus ist dann doch noch einmal anstrengend. Dort angekommen erwartet uns ein Platz am Kamin, richtig gutes Essen und eine fast neue Hütte. Wirklich sehr angenehm dort untergebracht zu sein.

Am vorletzten Tag ist das Wetter endlich mal stabil. Wir entscheiden uns für den Hohen Seeblasskogel weil dieser eine tolle Abfahrt verspricht. Die Sonne scheint und der Wind hat endlich etwas nachgelassen. Der Schnee ist traumhaft schön und das Grinsen in unseren Gesichtern ist nicht mehr weg zu bekommen. Was für eine Belohnung für die anstrengenden Tage zuvor. Dennoch ist etwas Wehmut dabei, denn morgen ist unsere Rundtour schon wieder vorbei.

Huch, wo ist denn die Sonne vom Vortag hin? Es regnet. Nun kommt meine Regenhose doch noch zum Einsatz, als wir nach langem warten die Hütte verlassen. Der Wetterbericht sagt zumindest für den Nachmittag etwas Besserung vorher. Wir steigen bei strömenden Regen zum Winnenbachjoch auf. Sehen kann ich fast nichts und der Wind ist so stark, dass ich kaum stehen kann. Die Lawinengefahrt nimmt im finalen Hang zum Joch nochmal deutlich zu. Etwas mulmig ist uns schon zumute. Dennoch erreichen wir sicher den letzten Übergang. Nun schnell die Steigfelle verstauen und hinab zur Winnenbachseehütte. Aber schnell fahren geht nicht. Die Sicht ist schlecht und der Schnee klebt so sehr, dass wir die letzten Meter zur Hütte schieben müssen. Jetzt heißt es erstmal aufwärmen und trocknen. Nass bis auf die Knochen warten wir darauf, dass der Regen nachlässt. 

Wir nutzen unsere Chance und fahren hinab nach Gries zu unserem Auto.

 

Wir haben es geschafft und unsere Rundtour durch die nördlichen Stubaier und Sellrainer Berge erfolgreich beendet.

Mein Fazit:

Eine Durchquerung oder Rundtour ist doch etwas anderes als eine normale Skitour. Der Erfolg einer solchen Unternehmung hängt von ziemlich vielen Faktoren ab. Zum einen muss das Wetter mitspielen und zum anderen darf die Lawinengefahr nicht zu hoch sein. Das ganze über 6 Tage. Nach einem Übergang weiß man nie was einen dahinter erwartet. Was tun, wenn man eben nicht zur nächsten Hütte gelangt? Habe immer einen Plan B in der Hand.

Diese Art von Abenteuer erfordert einiges an Erfahrung, Können und vor allem eine ordentliche Planung im Vorfeld. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Gipfelrausch (Donnerstag, 05 März 2020 17:49)

    Das klingt nach einem Abenteuer und ziemlich spannend. Echt cool das alles bei euch geklappt hat. Ich hoffe ihr habt nichts wichtiges verloren. �
    Respekt was du alles machst und erleben kannst. Ich wünsche dir weiterhin ganz viele schöne Touren und komme stets sicher nach Hause.

    Viele Grüße



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