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Cevedale 13.07. - 14.07.17

Monte Cevedale 3769 m

BILDUNG MUSS SCHON SEIN

 

Nachdem mir so jeder Tourenpartner abgesagt hatte, konnte ich eine Seilschaft für den Cevedale begeistern. Also fuhr ich kurze Hand nach Sulden und schlief eine Nacht im Minivan. Am nächsten Morgen zeigte sich der König Ortler in Wolkengehüllt leider nicht. Dafür aber Königspitze und Zebru. Unser Ziel sieht man von Sulden leider nicht.

Mittag traf ich mich mit meinen Seilpartnern um das "Messner-Mountain-Museum" zu besichtigen. Die Nepalesischen Yaks, welche Messner in Sulden züchtet, warteten schon auf die Besucher. Wir gingen ins Museum und staunten nicht schlecht über die alten Schuhe, Pickel und Klettersachen. Im Museum versucht Messner zu zeigen, wie schwer es ist Schnee und Eis in Bildern festzuhalten. Beeindruckend wie alt doch manche Bilder sind.

 

AUFSTIEG BEI GUTEM WETTER

 

Nach dem Museumsbesuch stiegen wir gemütlich auf die Schaubachhütte auf mehr als 2500 Meter auf. Der Weg führt entlang des Zufahrtsweges zur Hütte. Man kann entweder den Fahrweg oder den daneben verlaufenden Wanderweg nehmen. Wir entschieden uns für den Wanderweg. Das Wetter war an diesem Tag noch recht schön gewesen. Auf der Hütte angekommen bezogen wir unser Lager und warteten auf das Abendessen und unser viertes Seilschaftsmitglied. Der Wetterbericht für den nächsten Tag lies nichts gutes ahnen und so beratschlagten wir, wann wir aufstehen sollten. Wir entschieden uns nicht zu früh los zu gehen, da es im Tagesverlauf eher besser anstatt schlechter werden sollte. Und so verzogen wir uns ins Lager und versuchten zu schlafen.

 

VERRÜCKTES WETTER

 

"Klingelingeling". Der Wecker klingelte. Das Frühstück wartete auch schon auf uns und so machten wir uns fertig um zum Gipfel zu gehen. Der Blick aus dem Fenster ließ jedoch die Hoffnung zum Gipfel zu gelangen relativ schnell schwinden. Und doch stirbt die Hoffnung zuletzt. Wir zogen uns an und gingen vor die Tür. Und siehe da, ein Stück blauer Himmel war zu sehen. Die Freude stieg schnell an und wir machten uns auf den Weg Richtung Gletscher. Dort angekommen, zogen wir die Steigeisen an und ich band mich und alle anderen in die Seilschaft an. Ich war der Seilerste und suchte uns den Weg über den Gletscher. Der Schnee war richtig weich und bei jedem Schritt rutschte ich etwas zurück. Die Spalten waren groß und wollten bewusst umgangen werden. Der Weg führte uns zu einer Felsrippe zum Eisseepass und von dort stiegen wir im Schnee etwas ab um auf den wesentlich spaltenärmeren Langenferner weiter zu steigen. Die Casati-Hütte rückte auch recht zügig ins Blickfeld.

Die Wolken hingen allerdings so tief, dass man den Gipfel des Cevedale nicht sehen konnte. Wir entschieden uns auf der Casati-Hütte etwas warmes zu Trinken und beratschlagten ob wir weiter gehen sollten oder nicht. Es war kalt und der Wind frischte auf. Die Hütte war aber mindestens genau so kalt wie der Wind draußen. Ich saß komplett angezogen in der Hütte und schlürfte Tee in der Hoffnung, dass mir irgendwie warm werden würde. Jedoch vergeblich. Der Hüttenwart muss das wohl bemerkt haben, da er dann den Ofen zu meinem Glück angeheizt hat :-) Ich setzte mich direkt an den immer wärmer werdenden Ofen und trank noch einen Tee. Die Akklimatisation für den Ortler lief auch so ganz gut. Nach einiger Zeit machten wir uns doch wieder an den Abstieg. Allerdings auf etwas anderem Weg und so stiegen wir erst einige Höhenmeter hinter der Hütte auf um dann auf den Suldenferner zu gelangen. Es fing an zu Schneien und der Wind frischte merklich auf. Es war kalt. - lasst uns schnell absteigen sagte ich und so kamen wir zügig ins Tal. Am Aperen Teil des Gletschers erklärte ich den anderen noch Spaltenbergung und wir drehten eine Eisschraube ein. Die letzten Meter vor der Hütte machte dann der Himmel noch einmal seine Schleusen auf und völlig durchnässt kamen wir wieder an der Schaubachhütte an.

 

Die Ausrüstung und die Kleidung war völlig nass und so nahmen wir uns in Sulden ein Hotelzimmer um alles Trocken zu bekommen. Und die Dusche tat natürlich auch mega gut :-)

 

DETAILS:

Charakter/Schwierigkeit: eher einfache Hochtour

Ausgangspunkt: Sulden am Ortler

Ausrüstung: Hochtourenausrüstung

Hütten: Schaubach-Hütte und Casati-Hütte

 

MEIN FAZIT:

Leider ohne Gipfelerfolg aber dennoch eine schöne Gegend. Ich komme wieder.

 

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